Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo
Gynäkologe · Hormonspezialist · Universitätsprofessor
Wien, Österreich
Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und seit 2004 Leiter der Hormonambulanz an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am AKH Wien — der größten Anlaufstelle für gynäkologisch-endokrinologische Fragestellungen in Österreich. Er promovierte und habilitierte an der Medizinischen Universität Wien, ist Gründungsmitglied der Österreichischen Menopause Gesellschaft und seit 2007 Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung. Als Gastprofessor an der Universitätsklinik Banja Luka pflegt er einen lebhaften wissenschaftlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg.
Seine klinischen Schwerpunkte umfassen das gesamte Spektrum der gynäkologischen Endokrinologie: Zyklusstörungen, Amenorrhoe, PCOS, Hyperandrogenämie, Hirsutismus, Akne und Haarausfall hormoneller Ursache, Endometriose, Kinderwunsch, Verhütung sowie die Begleitung durch die Wechseljahre. Als gerichtlich beeideter Sachverständiger und Autor zahlreicher Fachpublikationen verbindet er klinische Erfahrung mit wissenschaftlicher Schärfe. Mehrere populärwissenschaftliche Bücher zu Hormonen, Frauenmedizin und gesundem Älterwerden haben ihn einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Bei Gesundheit und Du schreibt er aus 30 Jahren klinischer Praxis heraus — präzise, geduldig erklärend und ohne Scheu vor Themen, die sonst schweigend übergangen werden. „Die Frau von heute will mehr als medizinische Grundversorgung", sagt er. „Sie will eine altersgerechte, aufgeklärte Begleitung über alle Lebensphasen hinweg." Genau diesen Anspruch verfolgt er in seinen Texten: medizinisch korrekt, frei von Ideologie, mit dem Blick darauf, was Patientinnen tatsächlich weiterhilft.
Articles
- INTIMITÄT
Sex nach 50: Was niemand fragt — und was die Medizin längst behandeln kann
Das Gespräch beginnt selten direkt. Es kommt am Ende einer Konsultation, halb angedeutet, oft entschuldigend: „Ich wollte noch was fragen, aber das ist mir eigentlich peinlich.“ Was dann folgt, könnte oft seit Monaten behandelt sein — wenn jemand überhaupt zugehört hätte.
- HORMONMARKETING
Bioidentische Hormone: Was wirklich Medizin ist — und was nur Marketing
Das Wort „bioidentisch“ verkauft heute alles, von zugelassenen Arzneimitteln bis zu individuell gemixten Cremes aus Apothekenhinterzimmern. In meiner Sprechstunde erlebe ich beides — und die Verwechslung kostet Frauen Geld, Vertrauen und manchmal Therapieerfolg.
- SCHILDDRÜSE
Die stille Verbindung — warum die Schilddrüse Ihren Zyklus, Ihre Stimmung und Ihre Fertilität mitbestimmt
Wenn Hormonbeschwerden trotz korrekter gynäkologischer Therapie nicht weichen, liegt der Schlüssel oft eine Etage höher: in einem Organ, das in Routinesprechstunden nicht selten übersehen wird.
- FRAUENMEDIZIN
Sieben Jahre bis zur Diagnose: Was Endometriose über unser Gesundheitssystem aussagt
Eine Erkrankung, die jede zehnte Frau betrifft, deren Symptome eindeutig sind und deren operative Diagnose seit Jahrzehnten möglich ist — und die im Schnitt sieben Jahre braucht, um erkannt zu werden. Das ist kein Zufall. Das ist ein Versagen mit System.
- VERHÜTUNG
Sechzig Jahre Pille — was wir heute wissen, was wir damals nicht wussten und welche Alternativen real geworden sind
Die Antibabypille ist die meistuntersuchte Tablette der Medizingeschichte. Trotzdem polarisiert sie wie wenige andere Themen. Eine nüchterne Bilanz aus der gynäkologisch-endokrinologischen Sprechstunde — ohne Ideologie, mit Daten, mit klaren Empfehlungen.
- HORMONELLE HAUTSIGNALE
Wenn die Haut die Hormone verrät — Hirsutismus, Akne und Haarausfall richtig abklären
Pickel mit 32, plötzlicher Bartwuchs am Kinn, lichter werdender Scheitel. Diese Veränderungen sind keine kosmetischen Probleme. Sie sind diagnostische Hinweise — und werden in der Routinemedizin systematisch unterschätzt.
- KINDERWUNSCH
Kinderwunsch nach 35 — wo die Biologie Grenzen setzt und wo die Medizin sie verschiebt
Zwischen alarmistischer Schlagzeile und beschwichtigendem Pinterest-Zitat liegt ein Bereich, der ehrliche Daten verdient. Was die Reproduktionsmedizin heute kann, was sie nicht kann und welche Entscheidungen man besser nicht aufschiebt.
- MENOPAUSE
Hormonersatz in den Wechseljahren — eine Therapie, die wir 20 Jahre lang falsch erzählt haben
2002 endete eine große US-Studie abrupt. Die Schlagzeilen darüber haben einer ganzen Frauengeneration eine wirksame Therapie genommen. Was wir heute wissen, ist nuancierter — und wichtiger.
- HORMONHAUSHALT
PCOS ist keine Zyklusstörung — sondern eine Stoffwechselerkrankung mit Zyklusfolgen
Das Polyzystische Ovarialsyndrom betrifft jede achte bis zehnte Frau im gebärfähigen Alter — und wird trotzdem oft als reines Zyklusproblem missverstanden. In meiner Sprechstunde sehe ich täglich, was passiert, wenn man PCOS auf den Zyklus reduziert: Es wird unterbehandelt, jahrelang.
- ZYKLUSDIAGNOSTIK
Der Zyklus als fünftes Vitalzeichen — was Ihre Periode über Ihre Gesundheit erzählt
Puls, Atemfrequenz, Blutdruck, Temperatur — und der Zyklus. Wer den Menstruationsrhythmus aufmerksam liest, erkennt Schilddrüsenstörungen, hormonelle Erschöpfung und beginnende Wechseljahre oft Monate früher als jede Routinevorsorge.
- BRUSTSCHMERZEN
Brustspannen — was zyklisch ist, was abklärungsbedürftig ist und welche Hausmittel die Studien aushalten
Brustschmerzen gehören zu den häufigsten Anlässen für eine gynäkologische Vorstellung — und zu den am meisten missverstandenen. Eine Einordnung, die zwischen normaler hormoneller Reaktion, abklärungsbedürftigen Befunden und überflüssigen Beruhigungsritualen unterscheidet.
- FRAUENSPORT
Wenn die Periode ausbleibt — RED-S, das stille Risiko ehrgeiziger Sportlerinnen
Eine ausbleibende Periode bei einer fitten, gesunden, schlanken Frau gilt im Trainingsumfeld oft als Bestätigung des Trainingsfleißes. Sie ist das Gegenteil — ein endokrinologisches Warnsignal, dem die Sportmedizin endlich einen Namen gegeben hat: RED-S.
- PSEUDODIAGNOSE
Östrogendominanz — eine populäre Diagnose, die in keinem Lehrbuch der Endokrinologie steht
„Sie haben eine Östrogendominanz“, lese ich in Speichelhormon-Befunden, höre ich in Apothekenberatungen, finde ich in Ratgebern. In den deutschsprachigen Leitlinien der Frauenheilkunde existiert dieser Begriff nicht. Warum nicht — und was wirklich gemeint ist.
- SCHLAFSTÖRUNGEN
Warum Frauen in den Wechseljahren nachts um drei wach werden — und was wirklich hilft
Die Schlafstörung der Perimenopause ist keine Einbildung und kein Lifestyle-Problem. Sie ist neurobiologisch, hormonell und kardiovaskulär begründbar — und sie verlangt mehr als Lavendelöl. Ein Wegweiser durch hormonelle, schlafmedizinische und alltagstaugliche Optionen.
- ZWISCHENBLUTUNGEN
Schmierblutungen — wann es harmlos ist, wann nicht und welche Untersuchungen wirklich Klarheit bringen
Eine kleine bräunliche Schmierblutung in der Zyklusmitte ist meistens nichts. Eine wiederkehrende Zwischenblutung ist es nie. Was die Diagnostik leisten muss — und welche Befunde man auf keinen Fall bagatellisieren darf.
- HORMONELLE AKNE
Akne bei Teenagerinnen — wann die Dermatologie aufhört und die Gynäkologie beginnt
Pickel mit fünfzehn sind normal. Eine 16-Jährige mit zystischer Akne, vermehrter Körperbehaarung und unregelmäßigem Zyklus ist es nicht. Was Eltern und junge Frauen wissen sollten — und wo eine reine Hautbehandlung systematisch zu kurz greift.
- VERHÜTUNG
Verhütung über 40 — die Frage, die in den meisten gynäkologischen Sprechstunden zu kurz kommt
Zwischen letzter Periode und sicherer Unfruchtbarkeit liegen oft zehn unklare Jahre. Wer in dieser Zeit weiterverhütet wie mit 25, kalkuliert Risiken falsch. Was aktuell wirklich passt — und was die Pille der Zwanzigerjahre in den Vierzigern gefährlich macht.
- PRÄVENTION
Die HPV-Impfung — eine Krebsprävention, die wir noch immer zu zaghaft kommunizieren
Sie schützt vor Gebärmutterhalskrebs, vor analen, vaginalen und vulvären Karzinomen, vor einem relevanten Anteil der Mund- und Rachenkarzinome — und sie wirkt auch jenseits der ursprünglich empfohlenen Altersgruppe. Warum die HPV-Impfung mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie in Österreich bekommt.
- KINDERWUNSCH
Es klappt nicht — was die ersten sechs Monate Kinderwunsch wirklich bedeuten
Die meisten Schwangerschaften entstehen in den ersten sechs Monaten. Die meisten Sorgen entstehen in den ersten drei. Was statistisch normal ist, welche Mythen man hinter sich lassen sollte und wann der erste Arzttermin sinnvoll ist — eine nüchterne Einordnung.
- BEFUND IM ULTRASCHALL
Eierstockzysten — harmlos, gefährlich oder einfach das, was Eierstöcke tun
Beim Wort „Zyste am Eierstock“ kippt vielen Patientinnen der Magen. Tatsächlich sind Zysten eine Normalität des Zyklus — und nur ein kleiner Teil von ihnen verlangt nach mehr als einem ruhigen Blick und einer Kontrolle.
- MIKRONÄHRSTOFFE
Vitamin D in der Frauenmedizin — was wirklich belegt ist und was Wunschdenken bleibt
Vitamin D ist das vielleicht überverkaufte Vitamin der letzten zwei Jahrzehnte — und gleichzeitig eines, dessen frauenmedizinische Relevanz unterschätzt wird. Ein nüchterner Blick auf das, was die Evidenz wirklich hergibt.
- MIKRONÄHRSTOFFE
Eisenmangel bei Frauen — der blinde Fleck der Routinemedizin
Eine erschöpfte Frau bekommt heute oft eine Antidepressiva-Empfehlung, bevor jemand das Ferritin misst. Dabei ist Eisenmangel die häufigste Mangelerkrankung der Welt — und bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter schlicht unterbehandelt.
- GUTARTIGE TUMORE
Myome — die unterschätzte Volkserkrankung mit zu schneller Operationsindikation
Bis zu siebzig Prozent aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Gebärmuttermyome. Die meisten verursachen nie Beschwerden. Trotzdem werden in Österreich jedes Jahr Tausende Gebärmütter entfernt — manchmal aus guten Gründen, oft auch aus historisch gewachsenen Reflexen. Eine differenzierte Bilanz.
- SCHILDDRÜSE & SCHWANGERSCHAFT
Schwangerschaft mit Hashimoto — was wir engmaschiger steuern müssen
Eine gut eingestellte Hashimoto-Patientin kann eine völlig unauffällige Schwangerschaft erleben — wenn die Schilddrüse von Anfang an mitgedacht wird. Und sie kann massive Probleme bekommen, wenn nicht. Was zwischen Kinderwunsch und Stillzeit medizinisch zählt.
- VAGINALE GESUNDHEIT
Pilz oder Vaginose? Warum die richtige Diagnose vor jeder Selbstmedikation steht
Juckreiz, Ausfluss, Geruch — und schon greift jede zweite Frau zum Pilzmittel aus der Apotheke. Häufig liegt aber gar kein Pilz vor, sondern eine bakterielle Vaginose oder eine Mischinfektion. Warum die Selbstdiagnose öfter danebenliegt, als Werbeprospekte suggerieren.
- HORMONLABOR
Wenn das Stillhormon stört — Hyperprolaktinämie verständlich erklärt
Prolaktin ist das Hormon, das nach der Geburt die Milchbildung anschiebt. Steigt sein Spiegel ohne Schwangerschaft an, kann das harmlos sein — oder Hinweis auf einen kleinen Tumor an der Hypophyse. Was wirklich wichtig ist.
- ZYKLUSDIAGNOSTIK
Wenn die Periode ausbleibt — Amenorrhoe bei jungen Frauen ist ein Symptom, kein Lifestyle
Drei Monate ohne Regelblutung sind keine Erholungspause für den Körper. Sie sind ein klinisches Zeichen, das nach Diagnose ruft. Warum die ausbleibende Periode bei jungen Frauen eine ernstere Sache ist, als sie oft genommen wird.
- POSTPARTALE GESUNDHEIT
Wochenbettdepression — wenn der Hormonsturz die Seele trifft
Eine von acht Frauen erlebt im ersten Jahr nach der Geburt eine echte Depression. Die Ursachen sind nicht „falsche Einstellung“ oder fehlende Mutterliebe — sie sind biologisch, hormonell und endokrinologisch erklärbar. Was wir wissen, was wir verschweigen, und was helfen kann.
- VORSORGEMEDIZIN
Gynäkologische Vorsorge — was wirklich Sinn macht und was nur ein Ritual ist
Die jährliche „Routine“ ist eine kulturelle Selbstverständlichkeit geworden. Aber nicht alles, was wir untersuchen, hat einen Nutzen — und manches, was nützen würde, fragt niemand ab. Eine ehrliche Bestandsaufnahme aus drei Jahrzehnten Sprechstundenpraxis.
- ZYKLUSBESCHWERDEN
PMS und PMDD — was wirklich hilft, was nur teuer ist und wann es kein Stimmungsthema mehr ist
Drei von vier Frauen kennen prämenstruelle Symptome, eine kleine Untergruppe leidet so stark, dass Beziehung, Beruf und Lebensplanung daran wackeln. Eine ehrliche Bestandsaufnahme — ohne Tee-Romantik, ohne Pillen-Reflex, mit dem, was die Studienlage hergibt.